Medienpädagogik: Medienbildung, Medienkompetenz, Medienkultur, VO, 2std
Mi., 16.00 – 17.30 Hauptgebäude Audimax, Beginn: 14 10. 09
Zielsetzung und Programm
Unter der im Grunde irreführenden Kurzbezeichnung “Medienpädagogik” firmiert ein historisch unterschiedlich entwickeltes, nun – auf dem state of the art–level - aber doch kritisch ansetzendes Reflexionsprogramm, das sich vor allem (aber nicht nur) auf die Frage der kulturellen und sozialen Qualität des Medienkonsums konzentriert. Die kulturelle Dimension dieser zunächst ökonomischen Bestimmung der Rezeption durch den Begriff Konsum ist durchaus kulturologisch (medienpädagogisch) beschreib- und analysierbar. Es geht einer reflexiv-kritischen Medienpädagogik um die gesellschaftliche Rationalität des sozialen Mediengebrauchs bzw. um die kommunikative Rationalität der Verteilung von Gesellschaftlichkeit (Chancen, Risken, Erfahrungen, Bedeutungen).
Die Vorlesung ist „kein Spaziergang“ ☺ sondern eine durchwegs das Denken fordernde Reise durch die Landschaft der medienkritischen Reflexion (vertieft und umfassender dargestellt in Bauer (2009), siehe Literaturangaben). Die VO gibt
- einen Überblick über die Entwicklung der theoretischen (anthropologisch, gesellschaftstheoretisch, kulturtheoretisch, politiktheoretisch formulierten) Programme zur Medienbildung,
- Einblicke in exemplarische (ausgewiesen medienpädagogische) Problemstellungen - traditionelle wie innovative,
- ein kommunikationstheoretisch – kulturtheoretisches Verständnis für die gesellschaftliche Implikation der Begriffe, die ein medienpädagogisches Handlungsprogramm fordern bzw. legitimieren (z.B. Identität, Subjektivität, Medienkultur, Medienkompetenz, Media Literacy, Medienrealität, Sozialisation, Lernen, gesellschaftliche Partizipation, Weltbild-Orientierung etc.) und ihrer Relationen zueinander,
- und nicht zuletzt eine epistemologisch entwickelte, systemtheoretisch ausgelegte kritische Wertung der gesellschaftlichen Rolle und Funktion von Pädagogik, Didaktik, Intervention und Beratung.
Ausgestattet mit dem theoretischen und methodischen Wissen “der” Medienpädagogik können die TeilnehmerInnen der Vorlesung
- die gesellschaftliche Kritik an Medien und an “der” Medienkultur theoretisch fundiert formulieren,
- die mitunter vordergründige (oft naive und diffuse) Kritik des gesellschaftlichen Mediengebrauchs zu einer kommunikationswissenschaftlich und systematisch begründeten Analyse der Medienkultur weiterentwickeln,
- das Wissens- und Handlungsprofil (Praxeologie) von Medienpädagogik als Beruf einschätzen
Literaturvorschläge
Paus-Haase, Ingrid / Lampert, Claudia / Süss, Daniel (Hrsg.)(2000): Medienpädagogik in der Kommunikationswissenschaft. Positionen, Perspektiven, Potenziale. Wiesbaden (Westdt. Vlg)
Hoffmann, Bernward (2003) Medienpädagogik. Einführung in Theorie und Praxis. Paderborn-München-Wien-Zürich (Schöningh, UTB)
Schmidt, Siegfried J. / Zurstiege, Guido (2007): Kommunikationswissenschaft. Systematik und Ziele. Reinbeck (rowohlt)
Wagner, Wolf-Rüdiger (2004): Medienkompetenz revisited. München (kopaed)
Abschlussbedingungen:
- Ein Exposé (Literaturarbeit) im Laufe des Semesters. Teilnahme am Internetforum, deadline 10. 1. 2010.
- schriftliche Abschlussprüfung zu Frage- bzw. Themen-komplexen aus der Vorlesung, ausgegeben Ende Nov 09
- Internet-Anmeldung zur Abschlussprüfung
Kontakte:
Studienassistenz: Andreas Prummer, andreas.prummer(at)univie.ac.at
Sekretariat: Bianca Grossberger, bianca.grossberger(at)univie.ac.at
Sprechstunde Montag, 16.00 –18.00, Anmeldung über Sekretariat

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